Ausgabe August 2013

Steuervorteil Trauring: Der Kampf ums Ehegattensplitting

Seit über 50 Jahren wird über Sinn und Unsinn der gemeinsamen Besteuerung von Ehepaaren in der Bundesrepublik gestritten, ohne dass es zu gravierenden Veränderungen gekommen wäre. Nun erklärte das Bundesverfassungsgericht mitten im Wahlkampf den Ausschluss gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften aus dem Ehegattensplitting für verfassungswidrig und entschied, dass die Regelung auch auf eingetragene Partnerschaften ausgeweitet werden müsse – dem kam die schwarz-gelbe Koalition kurz vor der Wahl nach.

Dennoch kocht die Frage um den besonderen Schutz der Ehe im Wahlkampf weiter hoch: Wollte die Union – wie noch immer die FDP – das Ehegattensplitting lange in seiner jetzigen Form beibehalten, fordert sie nun dessen Ausbau zu einem Familiensplitting, bei dem die Kinderfreibeträge auf die Höhe der Freibeträge der verheirateten Eltern angehoben werden sollen. Bei einer vierköpfigen Familie wären damit mehr als 33 000 Euro steuerfrei. SPD und Grüne hingegen fordern eine Einschränkung des Splittingvorteils, die Linkspartei sogar dessen Abschaffung. Doch trotz aller wiederkehrenden Debatten spricht vieles dafür, dass die jüngste Reform vorerst die einzige gravierende Änderung bleiben wird, obwohl es an Kritik und an Alternativen nicht mangelt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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