Ausgabe August 2013

Steuervorteil Trauring: Der Kampf ums Ehegattensplitting

Seit über 50 Jahren wird über Sinn und Unsinn der gemeinsamen Besteuerung von Ehepaaren in der Bundesrepublik gestritten, ohne dass es zu gravierenden Veränderungen gekommen wäre. Nun erklärte das Bundesverfassungsgericht mitten im Wahlkampf den Ausschluss gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften aus dem Ehegattensplitting für verfassungswidrig und entschied, dass die Regelung auch auf eingetragene Partnerschaften ausgeweitet werden müsse – dem kam die schwarz-gelbe Koalition kurz vor der Wahl nach.

Dennoch kocht die Frage um den besonderen Schutz der Ehe im Wahlkampf weiter hoch: Wollte die Union – wie noch immer die FDP – das Ehegattensplitting lange in seiner jetzigen Form beibehalten, fordert sie nun dessen Ausbau zu einem Familiensplitting, bei dem die Kinderfreibeträge auf die Höhe der Freibeträge der verheirateten Eltern angehoben werden sollen. Bei einer vierköpfigen Familie wären damit mehr als 33 000 Euro steuerfrei. SPD und Grüne hingegen fordern eine Einschränkung des Splittingvorteils, die Linkspartei sogar dessen Abschaffung. Doch trotz aller wiederkehrenden Debatten spricht vieles dafür, dass die jüngste Reform vorerst die einzige gravierende Änderung bleiben wird, obwohl es an Kritik und an Alternativen nicht mangelt.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe November 2020

In der November-Ausgabe analysieren die Politikwissenschaftler Steven Levitsky und Daniel Ziblatt, wie eine Politik der Feindschaft zunehmend die US-amerikanische Demokratie zersetzt. Der Journalist George Packer sieht – mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahl am 3. November – eine letzte Chance, Amerika neu zu erschaffen. Der Ökonom James K. Galbraith plädiert in Zeiten der Krise für eine Rückbesinnung auf den Rooseveltschen New Deal. „Blätter“-Redakteur Daniel Leisegang warnt vor einem digitalen Kalten Krieg zwischen den USA und China. Und die Politikwissenschaftlerin Melanie Müller beleuchtet den doppelten Kampf Südafrikas gegen Corona und Korruption.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Schicksalswahl oder: Trumps Kampf gegen das Recht

von Albrecht von Lucke

Es wäre vermessen, von der Wahl am 3. November als der wichtigsten in der US-Geschichte zu sprechen, denn das würde die Rolle großer US-Präsidenten, ohne die die amerikanische, aber auch die Weltgeschichte anders verlaufen wäre, zu Unrecht minimieren. Doch eines steht fest: Der kommende Urnengang ist der wichtigste dieses Jahrzehnts, ja vermutlich sogar dieses noch immer jungen Jahrhunderts.