Ausgabe Juni 2013

Tunesischer Herbst: Das Ringen um die Frauenrechte

Im Arabischen Frühling haben Frauen eine zentrale Rolle gespielt. Das gilt besonders für Tunesien, das Land, in dem die Revolten ihren Ausgang nahmen. Die Mütter der Aufständischen in Sidi Bouzid und Kasserine sind dafür das beste Beispiel. Insbesondere jene, die bereits Söhne oder Ehemänner verloren hatten, bildeten eine treibende Kraft hinter den Demonstrationen: Sie waren es, die die Männer aufriefen, auf die Straße zu gehen, auch wenn diese dabei ihr Leben riskierten.

Doch heute, mehr als zwei Jahre nach der Revolution, flammen die Kontroversen um Frauenrechte und die Rolle der Frauen in Familie und Gesellschaft wieder auf. Die in Paris erscheinende Wochenzeitung „Courrier International“ betitelte jüngst ein Dossier zum Thema mit den Worten „Der Herbst der arabischen Frauen“. Sie verweist damit auf die Gefährdung der Revolutionsziele, die die Frauen in besonderem Maße betrifft. In allen Ländern des „Arabischen Frühlings“ sind die Frauen nach dem offiziellen Ende der Revolution wieder auf ihren angestammten Platz im Rahmen der Familie verwiesen worden.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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