Ausgabe November 2013

Der Kampf um den Nordpol

In den vergangenen zwei Wochen hat die olympische Fackel einen besonders symbolträchtigen Teil ihrer Reise nach Sotschi unternommen: Auf dem größten atomar betriebenen russischen Eisbrecher „50. Jahrestag des Sieges“ schipperte sie zum Nordpol. Russland unterstrich damit besonders eindrucksvoll seinen Anspruch auf die Arktis. Darüber täuscht auch die Einladung zur Reise an alle anderen Anrainerländer nur oberflächlich hinweg. Seit Jahren streiten sie um die Rechte und den Zugriff auf die Ressourcen am Nordpol.

Kurz vor Beginn des Fackellaufs, Anfang Oktober, erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin, es gebe keinen Zweifel daran, dass die Arktis zum russischen Staatsgebiet gehöre. Diese sei ein Teil der Russischen Föderation und seit Jahrhunderten unter Russlands Souveränität. Damit das auch in absehbarer Zukunft so bleibt, werde Russland laut Putin seine Aktivitäten in der Region weiter ausbauen. Wenige Tage zuvor hatte die russische Justiz ein Greenpeace-Schiff konfiszieren lassen und die 30 an Bord befindlichen Aktivisten wegen Piraterie angeklagt. Diese hatten versucht, eine russische Bohrinsel in der Arktis zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung aufmerksam zu machen. Die von maskierten und bewaffneten Männern festgenommenen Greenpeace-Aktivisten sitzen seitdem in russischen Gefängnissen fest.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hellsicht in Zeiten des Umbruchs

von Christopher Resch

Sie sind nicht zu beneiden, die Experten, die Inhaber hoher internationaler Posten, die weißen Männer des Westens. Sozialisiert im Kalten Krieg, müssen sie miterleben, wie das Bündnis zwischen Europa und den USA wankt, das Systemdenken zerbricht, der Grund ihres Handelns ins Schwanken gerät.