Ausgabe November 2013

Der Kampf um den Nordpol

In den vergangenen zwei Wochen hat die olympische Fackel einen besonders symbolträchtigen Teil ihrer Reise nach Sotschi unternommen: Auf dem größten atomar betriebenen russischen Eisbrecher „50. Jahrestag des Sieges“ schipperte sie zum Nordpol. Russland unterstrich damit besonders eindrucksvoll seinen Anspruch auf die Arktis. Darüber täuscht auch die Einladung zur Reise an alle anderen Anrainerländer nur oberflächlich hinweg. Seit Jahren streiten sie um die Rechte und den Zugriff auf die Ressourcen am Nordpol.

Kurz vor Beginn des Fackellaufs, Anfang Oktober, erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin, es gebe keinen Zweifel daran, dass die Arktis zum russischen Staatsgebiet gehöre. Diese sei ein Teil der Russischen Föderation und seit Jahrhunderten unter Russlands Souveränität. Damit das auch in absehbarer Zukunft so bleibt, werde Russland laut Putin seine Aktivitäten in der Region weiter ausbauen. Wenige Tage zuvor hatte die russische Justiz ein Greenpeace-Schiff konfiszieren lassen und die 30 an Bord befindlichen Aktivisten wegen Piraterie angeklagt. Diese hatten versucht, eine russische Bohrinsel in der Arktis zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung aufmerksam zu machen. Die von maskierten und bewaffneten Männern festgenommenen Greenpeace-Aktivisten sitzen seitdem in russischen Gefängnissen fest.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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