Ausgabe November 2014

Flexibel im Alter: Der Rentner als Retter?

Seit geraumer Zeit strahlt ein neuer Stern am sozialpolitischen Diskurshimmel: der arbeitende Alte. Ein jung gebliebener älterer Mensch, dem eine neue Flexi-Rente das Arbeiten ins Unbegrenzte ermöglicht. Dabei handelt es sich bei dieser Rente bisher eher um eine Metapher der sozialpolitischen Rhetorik als um eine konkrete, eigenständige Rentenart aus dem deutschen Sozialgesetzbuch. Sie umfasst ein Ensemble arbeits- und sozialrechtlicher Zielvorstellungen und Regularien, die vor allem das Weiterarbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus befördern sollen. Dies erhofft man sich vor allem durch geeignete Kombinationen aus rentenrechtlichen Regeln (etwa Teilrente), arbeitsrechtlichen Vorschriften (etwa erleichterte Befristungen) und beitragsrechtlichen Privilegien (etwa Streichung von Arbeitgeberbeiträgen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung). Mit Blick auf die Beschäftigten sollen materielle Anreize und sozialer Druck ineinandergreifen.

Die in dankenswerter Offenheit erklärte Zielsetzung der Flexi-Debatte lautet: „Arbeit im Alter [...] zum Massenphänomen“ werden zu lassen; und dies durch „Maßnahmen, mit denen der Ruhestand für einen möglichst großen Teil der Arbeitnehmerschaft hinausgezögert wird.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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