Ausgabe April 2015

Argentinien: Das Ende des Kirchnerismus?

Argentinien ist, fast wie zu Zeiten des Staatsbankrotts 2001, in den letzten Monaten wieder in den Fokus der medialen Öffentlichkeit gerückt. Gut ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl im Herbst ist die Regierung vor allem damit beschäftigt, eine Regierungskrise nach der anderen abzuwenden: Vorfälle wie der Korruptionsskandal rund um den Vizepräsidenten Armando Boudou; der Vorwurf der Geldwäsche gegen das Ehepaar Kirchner; die andauernde Auseinandersetzung mit den sogenannten Geierfonds[1] oder jüngst der Tod des Staatsanwalts Alberto Nisman haben die Regierung stark unter Druck gesetzt.

Gerade der Fall Nisman zu Beginn dieses Jahres sorgte auch hierzulande für Schlagzeilen: Der Staatsanwalt war Chefermittler im Verfahren zum Attentat auf das Gebäude der jüdischen Wohlfahrtsorganisation AMIA in Buenos Aires im Jahr 1994. Damals starben 85 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Am 14. Januar dieses Jahres ließ Nisman verlautbaren, ein Verfahren gegen die amtierende Präsidentin sowie ihren Außenminister Héctor Timerman anzustreben. Der Vorwurf: Kirchner und Timerman hätten die Aufklärung des Attentats behindert, um geplante Geschäfte mit dem Iran nicht zu gefährden. Vier Tage später, einen Tag vor seiner Anhörung im Kongress, wurde Nisman tot in seinem Apartment aufgefunden.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Zukunft des Regierens: Projekte statt Koalitionen?

von Albrecht von Lucke

Eigentlich hätte es ein perfekter Start ins neue Jahr für die Grünen sein können: Mit präsidialer Begleitung und stolz geschwellter Brust feierte die Partei ihren 40. Geburtstag und wurde im Hochgefühl ihrer starken Umfrageergebnisse prompt zur neuen Kanzlerschaftsfavoritin geadelt: „Wer besiegt Robert Habeck?“, fragt scheinbar voller Sorgen „Die Welt“.