Ausgabe August 2015

70 Jahre Hiroshima: Ächtet die Bombe!

70 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und 25 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges rücken Nuklearwaffen wieder ins politische Blickfeld: Sowohl Russland als auch die USA bringen ihre Arsenale auf den neuesten technischen Stand, von gemeinsamen Abrüstungsbemühungen ist derzeit nicht mehr die Rede. Die aktuelle Konfrontation zwischen den ehemaligen Supermächten des Kalten Krieges um die Ukraine birgt das Risiko einer – unbeabsichtigten – atomaren Eskalation.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat deutlich gemacht, dass die Ukraine für Moskau eine rote Linie darstellt. Das Baltikum wiederum bildet eine Art Achillesferse der Nato. Um diesen Mitgliedern zu versichern, dass das nordatlantische Bündnis sie gegen einen möglichen russischen Angriff zu verteidigen bereit ist, werden derzeit verstärkt Manöver mit konventionellen und potentiell nuklearen Systemen durchgeführt. Im Juni wurden mit den B2- und B52-Bombern Atomwaffenträger von den USA nach Europa eingeflogen.[1] In Spannungszeiten wie diesen kann ein solches Signal missverstanden werden: Jede Seite will Stärke demonstrieren und glaubwürdig zeigen, dass sie dem Gegenüber mehr Schaden zuzufügen vermag als umgekehrt.

Zur Abschreckung lassen die Militärs ihre Muskeln spielen. Das aber kann als ein unmittelbar bevorstehender Angriff verstanden werden.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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