Ausgabe Juni 2015

Partei am Scheideweg: Die Alternative der AfD

Trotz großer Querelen hat die Alternative für Deutschland (AfD) mit dem Einzug in die bremische Bürgerschaft nach Hamburg den Sprung in ein zweites westdeutsches Landesparlament geschafft. Dieser Erfolg kann allerdings kaum die massiven personellen und inhaltlichen Differenzen innerhalb der Partei überdecken. Gerade einmal zwei Jahre nach ihrer Gründung ist die AfD bereits an einem Scheideweg angelangt.

Dabei ist die AfD eigentlich nach wie vor eine Partei im Werden. Das zeigt sich nicht nur an der Wählerwanderung, sondern auch an der Zusammensetzung ihrer Mitgliedschaft. Obwohl die AfD in den knapp zwei Jahren ihres Bestehens ein rasantes Wachstum hingelegt hat, gehören ihr „nur“ fast 22 000 Personen an. Zum Vergleich: Die Piraten haben rund 25 000 Mitglieder; die FDP etwa 56 000. Mit einem Durchschnittsalter von 51 Jahren und einem Frauenteil von weit unter 20 Prozent, ist die AfD zudem eine relativ alte und sehr männlich geprägte Partei. Angesichts ihrer eher konservativen und meist männlichen Wähler und Sympathisanten dürfte ihr dies im politischen Wettbewerb allerdings nicht zum Nachteil gereichen. Entscheidend ist etwas anderes: Von der politischen Zusammensetzung ihrer Mitglieder her ist die Partei hochgradig uneinheitlich.

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