Ausgabe September 2015

Die Revolution des Füreinander

Es gibt Bücher, die zunächst einmal deshalb beeindrucken, weil sie von höchster handwerklicher Qualität sind. Dies ist die Voraussetzung jeder guten Arbeit, auch der intellektuellen. Die Schrift „Care Revolution“ von Gabriele Winker ist von größter Klarheit, strikt folgerichtig aufgebaut, kennt keine Längen, schweift nicht ab, ist immer informativ. Hier hat sich endlich einmal wieder jemand die Mühe gemacht, geduldig Dinge zu Ende zu denken, soweit dies in Zeiten des Umbruchs überhaupt möglich ist.

Und der Gegenstand dieses beeindruckend konsequenten Nachdenkens ist so ungeheuer wichtig, dass es einen zweiten Grund gibt, das Buch zu lesen: Es geht um nichts weniger als den Übergang von einem Wirtschaftssystem, das auf die Herstellung von Dingen, eine Kultur des Haben-Wollens und die Verwertung von Kapital gegründet ist, zu einer ganz anderen Wirtschaft und Gesellschaft. Es geht um Revolution, um die Care Revolution. Vielleicht etwas zu nüchtern heißt es in dem Band: „Care Revolution ist eine politische Transformationsstrategie, die anknüpfend an die Erkenntnisse feministischer Politik die grundlegende Bedeutung der Sorgearbeit ins Zentrum stellt und darauf abzielt, das gesellschaftliche Zusammenleben ausgehend von menschlichen Bedürfnissen zu gestalten.

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In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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