Ausgabe Dezember 2016

Gestiftete Wissenschaft: Geforscht wie bestellt

Bild: CC0 Public Domain

Immer wenn auf dem Campus der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ein neues Biologie-Institut eröffnet wird, geschieht Wunderliches. Dann gibt sich nicht nur, wie üblich, ein Wissenschaftsminister die Ehre, sondern auch die Spitze der Landespolitik, ob sie denn Kurt Beck oder Malu Dreyer heißt.

Dabei trauen sich Ministerpräsidenten in der Regel nicht so gern an die chronisch unterfinanzierten Universitäten, müssen sie doch stets mit Protesten verarmter Lehrbeauftragter und Dozenten oder entnervter Turbo-Studenten rechnen. Nicht so in Mainz, hier gibt es keine Berührungsängste. Warum aber ist das so? Weil in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt eine neue öffentlich-private Partnerschaft die Kassen klingeln lässt.

Eine Viertelmilliarde fließt allein in den Fachbereich Biologie. Der Löwenanteil des Geldes kommt von privater Seite, nämlich von der Boehringer-Ingelheim-Stiftung. Stets mit auf dem Bild, wenn die große Politik an die Mainzer Uni kommt, ist daher Andreas Barner, bis vor Kurzem Vorstandschef und Forschungsleiter des Pharma-Riesen Boehringer-Ingelheim. Der 63jährige Forschungsmanager erfindet gerade die Wissenschaftspolitik neu. In dem Stück „Private Millionenzuschüsse für staatliche Uni“ nimmt Barner verwirrend viele Rollen ein.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Fortschrittsfalle KI

von Roberto Simanowski

Unbemerkt von den meisten verschiebt sich die Macht vom Menschen zur Maschine. Erste Studien bezeugen: Der Mensch wird dümmer durch KI. Je mehr er sie als Hilfsmittel nutzt, umso geringer seine kognitive Aktivität und schließlich seine Fähigkeit zum kritischen Denken.

Drei Millionen ohne Abschluss: Was tun?

von Maike Rademaker

Die Zahl war lediglich einen Tag lang einige Schlagzeilen wert: Rund 2,9 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren hierzulande haben keinen Berufsabschluss. Maike Rademaker analysiert Gründe und Lösungsansätze.