Ausgabe Februar 2017

Fake News made in Germany

Bild: Axel Springer AG

Ob wir es heute mit einem US-Präsidenten namens Trump zu tun hätten, ohne den Chefstrategen seiner Wahlkampagne – und künftigen ranghöchsten Berater – Steve Bannon? Wer weiß. Fest steht, dass Bannon die radikale rechte Speerspitze der Trumpschen Diffamierungs- und Lügenkampagne war – vor allem mit seiner Website „Breitbart News“, die er 2012 vom Gründer Andrew Breitbart übernahm und bis Sommer 2016 führte.

Dass Breitbart News jetzt auch nach Deutschland expandieren will, ist bekannt. Unbekannt ist nur noch, wann. Dass die Seite allerdings auch ohne deutsche Dependance wirksam ist, war zu Beginn dieses Jahres zu erleben. Da demonstrierten europäische Medienmacher, dass sie bei der Verbreitung von „Fake News“ auch ohne deutschen Breitbart-Ableger ganz gut zurechtkommen.

Was war geschehen? In der Silvesternacht hatten in Dortmund auf dem zentral gelegenen Platz von Leeds um die 1000 Menschen gefeiert. Dabei kam es, wie die lokalen „Ruhr Nachrichten“ um 1 Uhr am 1. Januar berichteten, zu einzelnen gefährlichen Vorfällen: „Mehrmals war ein riskanter Umgang mit Pyrotechnik zu beobachten. […] Mehrere Unbekannte schleuderten Böller auf Polizisten und feuerten Pyrotechnik in die Menschenmenge, in der sich vereinzelt auch Familien mit Kindern aufhielten.

Sie haben etwa 19% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 81% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Holger Friedrich und die OAZ: Wie ein Verleger Demokratiefeinde hofiert

von Matthias Meisner

Auf dem deutschen Medienmarkt gibt es seit Ende Februar eine neue Zeitung. Das ist angesichts der andauernden Krise der Printmedien bemerkenswert. Doch über die »Ostdeutsche Allgemeine Zeitung« gibt es noch weit mehr zu sagen.