Ausgabe September 2017

Trumpcare: Debakel in zwei Akten

Die US-Republikaner sind krachend gescheitert. Am Ende fehlte ihnen eine einzige Stimme, um ihre Reform des „Affordable Care Act“, besser bekannt als „Obamacare“, durch den Senat zu bringen. Diese Niederlage bildete den Schlusspunkt eines regelrechten Dramas, das die Republikaner seit Beginn des Jahres in Washington aufgeführt hatten. Zwar stehen sie nun als die großen Verlierer da, Obamacare ist damit aber keineswegs gerettet.

Auch Donald Trump erlitt damit einstweilen eine herbe Niederlage. Die Abschaffung von Obamacare war eines seiner wichtigsten Wahlversprechen. Dass Trump dieses erfüllen würde, schien unmittelbar nach seiner Wahl zum US-Präsidenten im November des vergangenen Jahres als ausgemachte Sache. Denn dieser Urnengang bescherte der Welt nicht nur Präsident Trump, sondern bestätigte auch die republikanischen Mehrheiten in beiden Kammern des US-Kongresses. Sieben Jahre nach der Verabschiedung von Obamacare schien damit der Weg für die Republikaner frei, die von ihnen verhasste Gesundheitsreform rückgängig zu machen.

Erster Akt: Aufstand der Erzkonservativen

Trump selbst verkündete kurz nach seiner Wahl – unbeschwert von störendem Detailwissen –, sein neues Gesetz werde allen Bürgern eine Krankenversicherung garantieren und gleichzeitig Kosten und Versicherungsprämien senken.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema