Ausgabe April 2019

Algerien: Abschied von den Mumien

Seit Wochen treibt es hunderttausende Algerier auf die Straßen ihres Landes. Sie demonstrieren für freie Wahlen und wenden sich gegen die fünfte Kandidatur des altersschwachen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. Alle Beschwichtigungsversuche des Regimes zeigten bislang keine Wirkung: Am 11. März ließ Bouteflika in einem Brief, über dessen wahre Verfasser spekuliert wird, den Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur erklären, zugleich wurde aber der Termin der Präsidentschaftswahl auf unbestimmte Zeit verschoben. Mit kleinen Personaländerungen versucht die Regierung zudem, ihren Willen zur Reform zu beweisen. So machte der bisherige Premierminister Ahmed Ouyahia – wie Bouteflika ein verbrauchter Repräsentant der alten Garde – einem Tandem aus dem vormaligen Innenminister Nourredine Bedoui und dem früheren Außenminister Ramtane Lamamra Platz. Spontan brandeten unter den Demonstranten Jubelstürme auf, als sie von Bouteflikas Verzicht hörten. Dann aber kochte der Zorn hoch: Die Regierung will aus ihrer Forderung „Wahlen ohne Bouteflika“ ein „Bouteflika ohne Wahlen“ machen, empörten sich viele Algerier. So gingen am 15.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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