Ausgabe Januar 2022

»Bild« – der Anker der Verlässlichkeit

Moderator mit einem Mikrofon von »Bild-TV«, 24.11.2021 (IMAGO / Fotostand)

Bild: Moderator mit einem Mikrofon von »Bild-TV«, 24.11.2021 (IMAGO / Fotostand)

In diesen Zeiten totalen Umbruchs, in denen selbst die ewige Kanzlerin Geschichte ist, gibt es eine gewaltige Sehnsucht nach Beständigkeit. Umso schöner, dass es immer noch Institutionen gibt, an denen nichts und niemand zu rütteln vermag. Institutionen wie „Bild“. Dabei musste man befürchten, dass nach dem Abgang des heroischen Chefredakteurs Julian Reichelt, dem laut „Springer“-Chef Mathias Döpfner letzten mutigen Recken gegen den „neuen DDR-Obrigkeitsstaat“, nun auch Deutschlands einzig wahre „Stimme des Volkes“ gegen die Corona-Diktatur verstummen würde.

Doch zum Glück hat uns Reichelts Nachfolger Johannes Babyface Boie eines Besseren belehrt. Am 4. Dezember präsentierte der neue „Bild“-Chef sein Gesellenstück: „Die Lockdown-Macher! Experten-Trio schenkt uns Frust zum Fest“. Chapeau! Schöner hätte auch Dirty Julian drei honorige Corona-Experten nicht an den nationalen Pranger stellen können.

Damit hat Boie endlich gezeigt, was in ihm steckt.

Januar 2022

Sie haben etwa 27% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 73% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (11.00€)
Druckausgabe kaufen (11.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Fortschrittsfalle KI

von Roberto Simanowski

Unbemerkt von den meisten, verschiebt sich die Macht vom Menschen zur Maschine. Erste Studien bezeugen: Der Mensch wird dümmer durch KI. Je mehr er sie als Hilfsmittel nutzt, umso geringer seine kognitive Aktivität und schließlich seine Fähigkeit zum kritischen Denken.

Immer jünger, immer rechter: Teenager mit Baseballschlägern

von David Begrich

Ihre Haare sind kurz, gescheitelt und streng gekämmt. Sie zeigen den White Power- oder gar den Hitlergruß. Ist der Aufschwung der rechtsextremen Jugendszene wirklich etwas Neues – oder nur eine Fortsetzung neonazistischer Gewalt?