Ausgabe Dezember 2024

Trump zum Zweiten: Ein Triumph reaktionärer Bewegungen

Donald Trump in Washington, 13.11.2024 (IMAGO / ZUMA Press Wire / Allison Robbert via CNP)

Bild: Donald Trump in Washington, 13.11.2024 (IMAGO / ZUMA Press Wire / Allison Robbert via CNP)

Diesmal wurde Donald Trump von seinem Wahlsieg nicht überrascht. Den Demoskopen, die ihn kurzzeitig im republikanisch geprägten Iowa klar hinten sahen, entgegnete er wütend: „Wir werden gewinnen und es wird nicht einmal eng sein.“ Trump ist ein In-stinktpolitiker: Gerade von einer Kugel gestreift, produzierte er mit gereckter Faust noch ikonische Bilder. Vielleicht hat er einfach ein besseres Gespür als die ganze Demoskopenzunft? 2016 lag er in den Umfragen recht deutlich hinten, gewann aber knapp; 2020 lag er sehr deutlich hinten, verlor aber nur hauchdünn; 2024 sagten die vorsichtig gewordenen Umfrageinstitute: Es ist (zu) eng. Doch Trump gewann deutlich, selbst die bundesweite „popular vote“, was einem Republikaner zuletzt 2004 gelungen war! Und er legte in nahezu allen Bevölkerungsgruppen zu.

Nun läuft bei den Demokraten und den professionellen Politikbeobachtern die Analyse der Niederlage, bis hin zur Selbstzerfleischung: War Kamala Harris die falsche Kandidatin? Hat Joe Biden zu spät verzichtet? Wieder werden vor allem die Daten der Demoskopen herangezogen: Was geben die Nachwahlbefragungen her? War die Inflation entscheidend, waren es männliche Vorbehalte gegen eine Kandidatin? Alles valide Punkte und doch immer nur Ausschnitte, abhängig von den gestellten Fragen.

»Blätter«-Ausgabe 12/2024

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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