Ausgabe Juni 2026

Pakistan gegen Afghanistan: Der vergessene Krieg

Trümmer der bei einem Angriff zerstörten Suchtklinik in Kabul , 17.3.2026 (IMAGO / Anadolu Agency / Haroon Sabawoon)

Bild: Trümmer der bei einem Angriff zerstörten Suchtklinik in Kabul, 17.3.2026 (IMAGO / Anadolu Agency / Haroon Sabawoon)

Zu den bitteren Erkenntnissen internationaler Politik und Berichterstattung gehört: Unsere Aufmerksamkeit reicht oft nur für eine Großkrise. Multiple Krisen sind im heutigen geopolitischen Epochenbruch das neue Normal und ein Stresstest für alle, die politische Prioritäten setzen müssen. Das Resultat: vergessene Konflikte überall auf der Welt.

Während heute der Irankrieg und die Eskalation im Nahen Osten im Fokus stehen, gerät so eine andere gefährliche Krise in direkter Nachbarschaft aus dem Blick. Dasselbe Pakistan, das als Vermittler zwischen Washington und Teheran die Rückkehr auf das große diplomatische Parkett feierte, führt einen – sich in den vergangenen Monaten zuspitzenden – militärischen Konflikt mit Afghanistan. Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif wählte dafür Ende Februar drastische Worte: »Unsere Geduld ist am Ende. Jetzt herrscht offener Krieg zwischen uns und euch.« Kurz zuvor hatte die pakistanische Luftwaffe Angriffe auf Kabul, Kandahar und die Provinz Paktia geflogen, als Rache für einen verheerenden Selbstmordanschlag der Terrororganisation Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) auf eine schiitische Moschee in Islamabad. Entlang der Grenze, an der schon in den vergangenen Jahren wiederholt sporadisch gekämpft wurde, kam es zu immer schwereren Gefechten.1 

Trauriger Höhepunkt: die Bombardierung einer Kabuler Entzugsklinik, bei der hunderte Menschen ums Leben gekommen sein sollen.

»Blätter«-Ausgabe 6/2026

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