Ausgabe Mai 2026

Ein Papperger ist kein Pappenheimer!

Armin Papperger, Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender, an einem Modell des Panzers KF51 Panther, 11.3.2023 (IMAGO / Sven Simon)

Bild: Armin Papperger, Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender, an einem Modell des Panzers KF51 Panther, 11.3.2023 (IMAGO / Sven Simon)

Daran erkenn' ich meine Pappenheimer«, sprach einst voller Anerkennung der große Feldherr Wallenstein in Schillers gleichnamigem Drama, als er eine Abordnung der Treuesten der Treuen empfing, nämlich die mutigen Soldaten des Pappenheimer Regiments, geführt von und benannt nach Gottfried Heinrich zu Pappenheim. Auf merkwürdigen Wegen wurde, wenn es heute heißt »Ich kenne meine Pappenheimer«, aus dieser bei Schiller positiven eine zutiefst negative Zuschreibung. Was für ein Unrecht! Stattdessen müsste es heute weit eher heißen: »Wir kennen unseren Papperger.« Denn mit dieser Verbal-Injurie träfe es allemal den Richtigen. 

Armin Theodor Papperger, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender des Rüstungskonzerns Rheinmetall und Präsident des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, ist, so darf man mit Fug und Recht behaupten, der größte Kriegsgewinnler auf deutschem Boden. Sein Jahresverdienst lag 2025 bei über zehn Millionen Euro, womit er weit über dem Durchschnittsgehalt deutscher DAX-Konzern-Chefs rangierte, und das vor allem aufgrund eines großen Aktienpakets an Rheinmetall, das er bereits vor dem kriegerischen Boomjahr 2022 erworben hatte.

»Blätter«-Ausgabe 5/2026

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