Mit dem Ende 1991 in Maastricht durch den Rat der EG beschlossenen "Vertrag über die Europäische Union" ist zum einen das ökonomische Integrationsziel, die Schaffung einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, verbindlich festgelegt worden. Zum anderen wurden die Voraussetzungen und Stufen zur Verwirklichung dieses gigantischen Projekts definiert. Die erste Stufe begann, kaum bemerkt, zum 1. Juli 1990, übrigens zeitgleich mit der Einführung der DM-Währung in den neuen Bundesländern. Charakteristika dieser ersten Stufe waren: Stärkung des Gouverneurausschusses (Notenbankenpräsidenten); volle Liberalisierung der Geld- und Kapitalmärkte (mit Ausnahmen für die Länder im Süden) "multilaterale Überwachung" vor allem zur Vermeidung exzessiver Defizite bei den staatlichen Etats in den Mitgliedsländern. Zum 1. Januar 1994 startete dann vertragsgemäß die zweite Stufe zur Etablierung einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Wichtigste Aufgaben dieser Etappe sind: Totales Verbot der Finanzierung des öffentlichen Sektors über Notenbankenkredite sowie die Einrichtung des Europäischen Währungsinstituts (EWI). Dabei ist hervorzuheben, daß der Prozeß der Konvergenz der nationalen Notenbankenverfassungen schneller vorankam als vertraglich vorgesehen.
In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert.