Ausgabe November 1996

Fünfzig Jahre Blätter

das wäre ein rundes Jubiläum. In diesem November wird die Zeitschrift erst mal 40. "Wer möchte, daß die Blätter über 1996 hinaus in der gewohnten Form weitergeführt werden können, möge sich - bitte - jetzt für ihre Konsolidierung und Weiterverbreitung engagieren", schrieben wir vor fünf Monaten (6/1996, S. 644).

Unsere Bitte ist nicht ungehört geblieben. Die neuesten Zahlen dazu: Vom 15. Mai bis zum 17. Oktober sind 407 neue Abonnements bestellt worden, was einen Saldo von plus 146 ergibt. In den letzten Jahren hatten wir für den gleichen Zeitraum einen Durchschnittssaldo von minus 200. Auch das Echo auf den (diesem Heft noch einmal beiliegenden) Spendenaufruf des Fördervereins ist weiterhin ermutigend: bislang sind 31695,60 DM eingegangen. Die 100 000 müßten zu schaffen sein - ein wichtiger Schritt zur Konsolidierung der "Blätter" als unabhängiges Projekt im Eigenverlag der Redaktion. Herzlichen Dank allen, die sich bereits engagiert haben!

Wenn die positive Entwicklung anhält, ist das Weitererscheinen der Zeitschrift für 1997 finanziell gesichert. Soviel können wir heute immerhin sagen. Nach einem Jubelfest ist uns allerdings weder beim Blick auf die "Blätter" noch auf die Entwicklung "draußen im Lande" zumute. Die Zeit ist nicht danach.

November 1996

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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