Ausgabe November 1996

Editorial

Fünfzig Jahre Blätter

das wäre ein rundes Jubiläum. In diesem November wird die Zeitschrift erst mal 40. "Wer möchte, daß die Blätter über 1996 hinaus in der gewohnten Form weitergeführt werden können, möge sich - bitte - jetzt für ihre Konsolidierung und Weiterverbreitung engagieren", schrieben wir vor fünf Monaten (6/1996, S. 644).

Reprint: Einsicht und Umkehr

Als der letzte Versuch, Deutschland von seiner verhängnisvollsten Regierung zu befreien, endgültig mißlungen war, in jenen bedrückenden Tagen nach dem 20.

Kommentare

Gesellschaftsverträglichkeit

Vielleicht hat sich Jürgen Schrempp ja mit seinem Vorpreschen in Sachen Lohnfortzahlung um die Republik verdient gemacht. Sicher haben es die 20 000 Daimlerbeschäftigten getan, die am 5.

Lohnfortzahlung und mehr

Manchmal haben Jahrestage einen höchst aktuellen politischen Bezug: Am 24. Oktober 1956 begann der 16wöchige Streik in der schleswig-holsteinischen Metallindustrie um die tarifliche Absicherung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Vierzig Jahre später sah sich die IG Metall gezwungen, dieses Datum zum Aktionstag zur Verteidigung der tariflichen Lohnfortzahlung zu machen.

Standort D: Die Dialektik des Erfolgs

Am Beginn dieses Jahrhunderts gab es in Deutschland eine Standort-Debatte, in der es um ein angemessenes Mischungsverhältnis von Agrar- und Industriewirtschaft und damit um, wie unterstellt wurde, die Überlebensfähigkeit des deutschen Volkes ging. Die Entwicklung des 20.

Rückkehrrecht, Rückkehrpflicht?

Das Recht der bosnischen Kriegsflüchtlinge auf Rückkehr in ihre Wohnorte gehört zu den uneingelösten Versprechen des Friedensvertrages von Dayton. Seit dem 1. Oktober gibt es für Bosnier in einigen deutschen Bundesländern nun aber so etwas wie eine Pflicht zur Rückkehr. Beides paßt natürlich nicht zusammen.

Ohrfeige für Suharto

Endlich wird - mit Bischof Carlos Ximenes Belo und dem langjährigen Führungsmitglied der Befreiungsfront Ost-Timors (Fretilin) José Ramos-Horta - wieder einmal ein kirchlich-säkulares Gespann, das tatsächlich zusammenpaßt, durch den Friedensnobelpreis gewürdigt.

Analysen und Alternativen

Staat und Solidarität

Von Solidarität ist seit einigen Jahren immer häufiger die Rede: beispielsweise dann, wenn es um die Mobilisierung von Handlungsund Opferbereitschaft im Zusammenhang mit der deutschen Einheit geht. Über diese spezifisch deutsche Problematik hinausreichend hat das Thema "Solidarität" aber auch in der internationalen Diskussion eine bemerkenswerte Konjunktur.

Alternative Weltpolitik

Mehr als sechs Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer sind zwei Administrationen mit ihren Versuchen gescheitert, nach dem Ende des Kalten Krieges eine Außenpolitik zu entwickeln, die sich der intellektuellen Unterstützung von Fachleuten erfreut und im Land insgesamt politisch akzeptiert wird.

Wer regiert Rußland?

Eine Herzoperation scheint das wichtigste Ereignis der russischen Politik in der zweiten Hälfte dieses Jahres zu werden. Am 3. Juli 1996 haben die Wähler in Rußland mit Bons Jelzin einen Mann zum Präsidenten gewählt, der nicht handlungsfähig ist, da er kurz vor dem Wahltermin einen schweren Infarkt erlitten hat.

Dortmund zum Beispiel

Im April 1994 Jahr stand in Frankfurt der Schriftsteller Ralph Giordano vor Gericht. Das ihm zur Last gelegte Vergehen: Beleidigung, Ehrverletzung und Verunglimpfung eines Staatsbeamten.

Abschied von der inneren Einheit

"Allmählich hörte auch der dauernde Vergleich auf, der Verhältnisse in der DDR an der falschen, weil westdeutschen Elle gemessen hatte; das war ein Heilsymptom." Uwe Johnson.

Wege in und Wege aus Sackgassen

In der Debatte über den Standort Deutschland wird als selbstverständlich angenommen, daß die nicht geringen ökonomischen Probleme der Bundesrepublik vorwiegend durch den Druck des globalisierten Wettbewerbs verursacht werden und umgekehrt durch weltmarktorientierte Strategien erfolgreich zu beheben sind.

Dokumente zum Zeitgeschehen

Zum Streit um die Entgeltfortzahlung

Zur Auseinandersetzung um die Lohn- und Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall dokumentieren wir im folgenden Positionen der Tarifparteien Gesamtmetall und IG Metall. Einen Überblick liefert der Beitrag von Reinhard Bispinck in diesem Heft. D. Red.

Zum Streit um die Entgeltfortzahlung

Bei der Bewertung des Gesamtzusammenhangs einer Vereinbarung sind weitere Besonderheiten des EFZG n.F. zu berücksichtigen. So handelt es sich bei der den Arbeitnehmern durch § 4a Abs. 1 EFZG n.F.

Zur Krise des nahöstlichen Friedensprozesses

Die Eröffnung eines unterirdischen Tunnels nahe der al-Aksa-Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg am 24. September 1996 gab Anlaß zu heftigen Protesten der palästinensischen Bevölkerung.

Ein neues Zeitalter des Erfolgs

Neidvoll blicken Sozialdemokraten aller Länder auf Tony Blairs Labour Party und ihre grandiosen Ergebnisse bei Meinungsamfragen - 20-30% liegt die Partei vor den regierenden Tories, die bis spätestens Mai kommenden Jahres Wahlen ansetzen müssen.

Kolumne

Malraux im Pantheon

Der französische Präsident Jacques Chirac hat entschieden, daß die sterblichen Überreste des 1976 verstorbenen Schriftstellers André Malraux im November ins Pantheon überführt werden, wo sie neben Voltaire, Rousseau, Victor Hugo und Führern der Französischen Revolution ruhen sollen.

Chronik des Zeitgeschehens

Chronik des Monats September 1996

1.9 - N a h e r O s t e n. Nach dem Eingreifen der irakischen Armee in die innerkurdischen Auseinandersetzungen im Norden des Landes (vgl. "Blätter", 10/1996, S. 1158) ordnet Präsident Clinton für die in der Golfregion stationierten amerikanischen Streitkräfte eine erhöhte Alarmbereitschaft an.

Medienkritik

Brandrodung, planetarisch

"Ich liebe Katastrophen", sagt Roland Emmerich, schwäbischer Hans im Glück in Hollywood, der mit seinem Science-fiction-Märchen Independence Day mal wieder den "erfolgreichsten Film der Filmgeschichte" gedreht hat.

Wirtschaftsinformation

Umweltinformation

Ein Jahr Zukunftsmäßiges Deutschland

Kaum ein halbes Dutzend Studien im Schnittbereich zwischen Ökonomie und Ökologie hat in den letzten zwanzig Jahren ebensoviel Aufsehen erregt wie die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“ des Wuppertal-Instituts1: Die „Grenzen des Wachstums“, „Global 2000“, der „Brundtland-Report“, die „Energiewende“ des Öko- Institu