Ausgabe Juni 2001

Handelspolitik nach Québec

Geht es nach den Beschlüssen des kürzlich in Québec abgehaltenen 3. Gesamtamerikanischen Gipfels (Summit of the Americas), dann soll spätestens im Januar 2005 ein Abkommen über eine Gesamtamenkanische Freihandelszone (Free Trade Area of the Americas - FTAA) geschlossen und zwölf Monate später der größte Wirtschaftsblock der Welt Wirklichkeit werden: mit 34 Mitgliedsländern, 800 Millionen Einwohnern und einem kombinierten Bruttoinlandsprodukt von heute 11 000 Mrd. US-Dollar. Mit den Detailverhandlungen über die Beseitigung der handelspolitischen Barrieren auf dem Doppelkontinent wollen die beteiligten Regierungen im Mai 2002 beginnen. Entwürfe für die Vertragstexte sollen der Öffentlichkeit recht bald vorgelegt werden, um den neuen Gepflogenheiten von "Transparenz und Kommunikation mit der Zivilgesellschaft" (so das Kommuniqué) genüge zu tun.

Aller Voraussicht nach werden dies Dokumente mit vielen eckigen Klammem sein, die in der internationalen Verhandlungsdiplomatie umstrittene Positionen kennzeichnen. Schon das deutet darauf hin, daß der Gipfel nicht ein für allemal ein neues "amerikanisches Jahrhundert" (George W.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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