Ausgabe Januar 2002

Demokratiemüdigkeit

Ein Jahr George Bush II. Was die Analysen und Kommentare Ende Januar am Jahrestag seines Amtsantritts verkünden, mutmaßen und behaupten werden, steht eigentlich schon seit Beginn des Weltkrieges gegen den Terrorismus fest: Der Chef des Ganzen hat sich wacker geschlagen. Hätte man dem intellektuell und sprachlich wohl nur mäßig begabten Filius gar nicht zugetraut. Alle Achtung. Erst in der Krise zeigt sich der wahre Mann. Feuertaufe, neue Epoche etc. Laura ist besser als Hillary. Amerika schlägt zurück. America United. God Bless America. Und so weiter und so fort.

Stänkern ist unpatriotisch, wenn der Präsident ein approval rating hat, das an das Hoch seines Vaters nach dem Golfkrieg erinnert. Aber da war doch mal etwas Verqueres. Die Präsidentschaftswahl vom November 2000? Bushs „Wahlsieg“? Das Chaos im sonnigen Florida? Das erstemal, daß ein höchstrichterlicher Spruch eine Präsidentschaftswahl entscheidet? Amerika hat’s anscheinend verdaut. Ein Realismus wie der des Footballfans, der eine spielkostende Fehlentscheidung des Schiedsrichters nach anfänglichem Zetern hinnimmt. Weil das Nachtarocken doch nichts bringt und nach dem Abpfiff alles vorbei ist. Oder?

Rückblick: Am 7.

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