Ausgabe Februar 2002

Somalia im Visier der Anti-Terror-Allianz.

Hintergründe des Staatszerfalls

Sechs Jahre nach dem Scheitern der UN-Intervention in Somalia gerät das ostafrikanische Land erneut in den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit. Es gilt als möglicher Rückzugs- und Operationsraum für internationale Terroristen und steht neben dem Irak, dem Jemen und dem Sudan weit oben auf der Liste der amerikanischen Kriegszielplanung. Ein von Washington veröffentlichter Text, der Verbündete von Osama Bin Laden und Al Qaida aufzählt, nennt zwei Organisationen, die auf Somalia verweisen. Die radikal-islamische Al-Ittihad-al-Islami (Islamische Einheit), die im Süden des Landes Trainingslager unterhalten und über enge Verbindungen zum Al Qaida-Netzwerk verfügen soll, sowie das Finanzinstitut Al Barakaat. Letzteres hat in Somalia mehrere Zweigstellen und ein fast flächendeckendes Kommunikationsnetz aufgebaut.

Am 22. November 2001 wurden die Auslandsverbindungen dieser Bank gekappt und ihre internationalen Konten eingefroren. Die Maßnahme unterbindet nicht nur die mögliche Unterstützung von Terroristen, sondern auch die Finanztransfers der somalischen Diaspora, von der 80% der Bevölkerung des ostafrikanischen Landes abhängen. Die Entsendung deutscher Marineeinheiten an den Golf von Aden verleiht Spekulationen über einen direkten Kriegseinsatz der Anti-Terror-Allianz neues Gewicht.

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