Ausgabe April 2002

Was ist ATTAC - und was nicht?

Im Januar dieses Jahres stellte die französische Attac-Bewegung ihr Manifest 2002 vor (vgl. "Blätter", 3/2002, S. 347-362). Es gibt nicht nur die politische Agenda der Bewegung für das Wahljahr 2002 vor, sondern entwirft darüber hinaus einen umfassenden Ansatz des globalisierungskritischen Netzwerks. Wir fragten nach, in welcher Rolle die Bewegung sich bei der Entwicklung von Alternativen sieht, und boten Susan George, die zu den führenden Köpfe der internationalen Attac-Bewegung zählt, um ein "Blätter"-Gespräch. Die 1934 in Ohio/USA geborene Grande Dame der Bewegung nahm 1994 die französische Staatsangehörigkeit an. Sie arbeitet seit 25 Jahren zu Fragen der internationalen Politik. Von 1990 bis 1995 war sie Vorstandsmitglied von Greenpeace International, ist Mitbegründerin des Transnational Institute in Amsterdam, Autorin zahlreicher Bücher und Artikel zu Armut und Hunger in der Dritten Welt, zur Verschuldungsfrage und zur Globalisierung. Ihr neuestes Werk "Der Lugano Report... oder Ist der Kapitalismus noch zu retten?" (Rowohlt 2001) liefert eine kritische, herausfordernde Analyse und entwickelt demokratische Alternativen. - D. Red.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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