Ausgabe April 2002

Afrika sucht seine Strategie

Die deutsche Entwicklungs- und Afrikapolitik entschlummerte zu Beginn der rot-grünen Regierungskoalition zumindest hinsichtlich eines öffentlichen Diskurses sanft - sehr zum Unmut jener, die sich vom grünen Element der neuen Allianz gerade auch in diesen Bereichen Alternativen versprochen hatten. Immerhin sind die Führungsetagen sowohl im Entwicklungs- wie dem Außenministerium mittlerweile auch von ehemaligen Aktivisten einer Dritte-Welt-Bewegung okkupiert, die sich während der 70er und 80er Jahre für internationale Solidarität engagiert hatten. 1)

Inzwischen scheint die deutsche Afrika-Politik aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst worden zu sein. Es wäre zu viel der Ehre, dies alleine einem im Oktober 2000 von sechs einschlägig zu Afrika arbeitenden Wissenschaftlern verbreiteten und in der Folge kontrovers diskutierten Afrika-Memorandum anrechnen zu wollen, wenngleich dieses neuen Schwung in die Auseinandersetzungen brachte und für vielfältige Resonanz sorgte. 2) So wird in jüngerer Zeit in einem Ausmaß die politische Debatte geführt, das in einer aktuellen Zusammenschau als "eine kleine Renaissance" gewürdigt wird.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema