"Die Vereinigten Staaten erkennen Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen den Terror an. Um die Grundlagen für einen zukünftigen Frieden zu schaffen, fordere ich Israel jedoch auf, die Übergriffe auf die palästinensisch kontrollierten Gebiete einzustellen...". So Präsident George W. Bush in seinem "Machtwort" vom 4. April d.J. an alle Beteiligten des israelisch-palästinensischen Konflikts. ("Genug ist genug" - vgl. den Wortlaut in "Blätter", 5/2002, S. 622-625) Verblüfft verfolgte die Weltöffentlichkeit, wie selbst die Worte des "mächtigsten Mannes der Welt" in der Region scheinbar ohne Echo verhallten und Scharon Bush ungerührt die Stirn bot. "Amerikas bedingungslose Unterstützung für Israel läuft den Interessen del Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten zuwider", konstatiert das britische Monatsblatt "Prospect" in seiner Aprilausgabe: "Wir brauchen eine offene, vorurteilslose Debatte darüber." (Prospect, the political and cultural monthly, www.prospect-magazine.co.uk) Eröffnet wird diese mit einem bemerkenswert nüchternen Beitrag des Amerikaners Michael Lind über "The Israel Lobby", den wir mit der freundlichen Genehmigung des Verfassers und des "Prospect" Magazine erstmals in deutscher Sprache vorstellen. - D. Red.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.