Ausgabe Januar 2003

Von Porto Alegre nach Florenz

Demonstrationen anlässlich des G 8- Gipfels im französischen Evian, des Frühjahrstreffens von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington sowie der GATS-Runde zur weltweiten Liberalisierung von Dienstleistungen im Frühjahr - die Agenda der Globalisierungskritiker, die auf dem ersten Europäischen Sozialforum (ESF) in Florenz verteilt wurde, ist für 2003 nicht nur gut gefüllt, sie liest sich auch wie die Jahre zuvor: als Mobilisierung von Gipfel zu Gipfel. Dies mag auf den ersten Blick seltsam anmuten; kritisierten doch bereits vor den Aktionen gegen das G8-Treffen in Genua 2001 die ersten Aktivisten, das summit hopping lasse eine politische Perspektive vermissen. Doch eine außerparlamentarische Bewegung ist nicht nur aus Gründen medialer und damit politischer Wahrnehmbarkeit auf solche Momente öffentlicher Präsenz angewiesen - sie bieten ihr auch eine Möglichkeit, einer Klärung der internen Differenzen über die eigenen Ziele aus dem Weg zu gehen.

Die Globalisierungskritiker, vom politischen Gegner links liegen gelassen und nicht zur Positionierung gezwungen, setzen derzeit auf Einigkeit. Nur so lassen sich die immer größeren Events erfolgreich über die Bühne bringen.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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