Ausgabe Juni 2003

Fahrplan zum Frieden?

Der lang erwartete Fahrplan für eine dauerhafte Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts wurde nun offiziell präsentiert. Viele haben bereits Stellung genommen, doch selbst die Befürworter des Fahrplans schienen alles andere als begeistert zu sein, während es Kritik von allen Seiten gab: von rechter und linker, von palästinensischer, israelischer, arabischer und jüdischer Seite.

Nach dem jämmerlichen Scheitern der Osloer Abkommen ist es verständlich, dass sich jeder Betroffene unter uns, ganz gleich auf welcher Seite des Konflikts, dem Fahrplan mit einem gesundem Maß an Skepsis nähert. Doch gleichzeitig ist es erforderlich, das Dokument selbst zu verstehen und diejenigen Punkte auszumachen, mit denen wir arbeiten können, um zu einer vernünftigen und dauerhaften Lösung zu gelangen, mit der beide Seiten leben können. Ich glaube, dass jede nüchterne Analyse eines mit den Wirrungen und der Geschichte des Konflikts wirklich vertrauten Beobachters zu dem Ergebnis kommen wird (wenn auch aus unterschiedlichen Gründen), dass uns der Fahrplan nicht zu dieser vernünftigen und dauerhaften Lösung führt. Wie dem auch sei: Er ist da und das Quartett scheint, zumindest im Augenblick, gewillt, ihn umzusetzen. Auf jeden Fall ist er zur Zeit die einzige Option.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten

von Simone Schlindwein

Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte Donald Trump im Dezember 2025, als Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen.