Ausgabe Juni 2006

Erweiterte Sicherheit und militärische Entgrenzung

Flutwellen, Erdbeben, Hungersnöte, Epidemien – die Bilder von der Not der Menschen ähneln denen, die wir von Kriegen und Terroranschlägen kennen. Ob durch Natureinwirkung oder Menschenhand: Die Zerstörungen treffen vor allem die Zivilbevölkerung – in der indonesischen Provinz Aceh, in den Bergen Pakistans, in New Orleans, aber eben auch in London, in der „Demokratischen Republik Kongo“, im Sudan oder im Irak. Vernichtung, Unsicherheit und Angst sind an vielen Orten der globalisierten Welt Realität.

Vereinzelt ist neben den internationalen Hilfsorganisationen in der Tat auch das Militär – in Pakistan zum Beispiel die NATO Response Force – erfolgreich als Retter aufgetreten, weil dessen Technik und Logistik am besten und schnellsten verfügbar war. Andernorts haben militärische Interventionen jedoch, auch wenn sie mit dem vorgeblichen Ziel humanitärer Hilfe oder in ordnungspolitischer Absicht unternommen wurden, die Sicherheit der Menschen im jeweiligen Krisengebiet nicht verbessert. Im Gegenteil: Wo die Grenzen zwischen zivilem Leben, Krise oder Krieg verschwimmen, kann, was für den einen als Schutz erscheint, für den anderen zur Bedrohung werden. Der Irak ist dafür nur das augenscheinlichste Beispiel.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Uganda vor dem Putsch des Löwen?

von Johanna-Marie Lange

Es war kurz nach Mitternacht Ende Juni, als Soldaten das Gebäude der Nation Media Group in Ugandas Hauptstadt Kampala stürmten und den wichtigsten unabhängigen Fernsehkanal NTV abschalteten. Auch die älteste und größte unabhängige Tageszeitung »Daily Monitor« wurde geschlossen.

Putins Geschäft mit der Verzweiflung

von Sophie Tiedemann

In Russland könnte angesichts der schwierigen militärischen Lage in der Ukraine im Herbst eine Generalmobilmachung bevorstehen – ein Szenario, das Wladimir Putin bisher vermieden hat. Stattdessen setzte er vor allem auf hohe Anwerbeprämien – und den Einsatz tausender Menschen aus dem Globalen Süden.