Ausgabe Oktober 2006

„Eine Friedenstruppe kann nur ein Pflaster sein“

(Gespräch)

* Herr Primor, wie geht es weiter im Nahen Osten, was hat sich durch den Libanonkrieg verändert? Oder hat sich überhaupt nichts verändert und wir stehen weiter vor dem altbekannten Scherbenhaufen, der nur noch etwas größer geworden ist? Primor: Ob sich etwas geändert hat, werden wir bald wissen.

* Herr Primor, wie geht es weiter im Nahen Osten, was hat sich durch den Libanonkrieg verändert? Oder hat sich überhaupt nichts verändert und wir stehen weiter vor dem altbekannten Scherbenhaufen, der nur noch etwas größer geworden ist?

Primor: Ob sich etwas geändert hat, werden wir bald wissen. Viele Leute sind jedenfalls fest davon überzeugt, dass alles so bleiben wird, wie es ist: Jeder rüstet wieder auf und wartet auf die nächste Runde. Es gibt aber auch Beispiele in der Geschichte für das Gegenteil. 1973 nach dem Jom-Kippur- Krieg war die Lage ein wenig so wie heute. Wir Israelis hatten den Krieg mit großen Niederlagen begonnen und erst am Ende Fortschritte erzielt, aber auch Ägypten hatte das Gefühl, den Krieg gewonnen zu haben. Das hat den Friedensprozess zwischen Ägypten und Israel überhaupt erst ermöglicht. Sadat hätte es sich 1977 nicht leisten können, nach Jerusalem zu kommen, um uns in großer symbolischer Geste die Hand zu reichen, wenn er den Krieg damals verloren hätte.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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