Ausgabe März 2007

Europäischer Steuersenkungswettlauf

Mit dem Beitritt Bulgariens und Rumäniens zum 1. Januar 2007 ist die Osterweiterung der Europäischen Union vorerst abgeschlossen. Die nunmehr aus 27 Ländern bestehende EU stellt einen Wirtschaftsraum dar, der durch beträchtliche ökonomische Unterschiede gekennzeichnet ist, bei einer gleichzeitig zumindest formal sehr weitgehenden Integration von Kapital-, Güterund Arbeitsmärkten.

Dass der gemeinsame Binnenmarkt eine erhebliche zwischenstaatliche Koordinierung oder gar Harmonisierung erfordert, lässt sich an kaum einem Politikfeld so gut studieren wie an jenem der Steuerpolitik. Der Handlungsbedarf in diesem Bereich hat mit den Erweiterungsrunden der Jahre 2004 und 2007 noch an Dringlichkeit gewonnen, da Länder der EU beitraten, deren Wohlstandsniveau jenes der etablierten EUStaaten zum Teil deutlich unterschreitet. Die Steuerpolitik spielt eine wichtige Rolle für die Standortpolitik der Neumitglieder, die mit ihrer Hilfe zum ökonomischen Entwicklungsstand der alten EU-Länder aufzuschließen versuchen. Das Resultat ist ein sich verschärfender steuerlicher Wettbewerb.

Mit Bulgarien und Rumänien sind nun zwei sogenannten Niedrigsteuerländer EU-Mitglieder geworden.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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