Ausgabe Januar 2015

Afrika braucht mehr Deutschland

In der letzten Ausgabe plädierte Monika Knoche für eine aktive Friedenspolitik, die statt auf militärische Intervention auf Interessenausgleich setzt. Dagegen begrüßt der Sicherheits- und Afrika-Experte Tom Goeller, dass Deutschland längst auf dem Weg von der „Kultur der Zurückhaltung“ zu einer „Kultur der Verantwortung“ ist – wenn nötig, auch mit militärischen Mitteln.

Fast ein Jahr ist es her, dass Bundespräsident Gauck, Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen – durchaus in unterschiedlicher Weise, aber im Grundton einig – ein verstärktes Engagement Deutschlands in Afrika gefordert haben. Eine militärische Komponente stand dabei zwar nicht im Vordergrund, wurde aber als Handlungsoption deutlicher als bisher angesprochen. Doch von nennenswerten Veränderungen ist seither wenig zu sehen. Dabei sind die blutigen Unruhen in der Zentralafrikanischen Republik nur das jüngste Beispiel eines Staatszerfalls auf dem Nachbarkontinent. Er begann vor zwei Jahren mit einem Putsch und mündete binnen weniger Monate in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. Der Konflikt hat inzwischen Tausende von Menschenleben gefordert.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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