Ausgabe Februar 2026

Öde, öder, Söder!

Food Influencer Markus Söder verkauft Döner zu Wahlkampfzwecken, 16.9.2025 (IMAGO / Ardan Fuessmann)

Bild: Food Influencer Markus Söder verkauft Döner zu Wahlkampfzwecken, 16.9.2025 (IMAGO / Ardan Fuessmann)

Dass es sich bei diesem Jahr mit seinen fünf Landtagswahlen um ein weiteres Superwahljahr handelt, ist hinlänglich bekannt. Dabei wird allerdings die allerwichtigste Wahl in aller Regel unterschlagen, nämlich die Kommunalwahl in Bayern. Soweit jedenfalls die Einschätzung, wenn man dem bayerischen Bauchnabel folgt, zumal dem des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Alles, was derzeit von ihm zu vernehmen ist, hat nur ein Ziel: am 8. März die Scharte seiner letzten Wahl zum Parteivorsitzenden auszuwetzen. Damals erzielte er mit nur 83,6 Prozent der Delegiertenstimmen ein regelrecht unbayerisches Ergebnis, und zugleich sein bislang schwächstes. Deshalb treibt Söder derzeit jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf.

Und was hat man mit dem fränkischen Volkstribun nicht schon alles erlebt! Welche Wendungen! 2018 gab Söder sich ganz christlich-konservativ und ließ Kruzifixe in jede Beamtenstube hängen. Dann 2021, zu den Hochzeiten von Fridays for Future, war kein Baum vor seinen Umarmungen sicher; doch kaum war die grüne Konjunktur vorbei und grassierte die Wut auf das Heizungsgesetz wurde Söder zum veritablen Grünenfresser, der Robert Habeck schon zum Frühstück verspeiste – in seiner Omnipräsenz nur noch übertroffen vom Fleischfresser und Food Influencer Söder, der an keiner Bratwurst und keinem »Söder-Döner« vorbei kann, ohne in ihn reingebissen zu haben – natürlich nur für das obligatorische Foto.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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