Ausgabe März 2026

Wahljahr 2026: Der Start entscheidet

Wahlplakate in der Innenstadt von Böblingen. Am 8.3. ist Landtagswahl in Baden-Württemberg. Foto vom 8.2.2026 (IMAGO / Arnulf Hettrich)

Bild: Wahlplakate in der Innenstadt von Böblingen. Am 8.3. ist Landtagswahl in Baden-Württemberg. Foto vom 8.2.2026 (IMAGO / Arnulf Hettrich)

Das deutsche Wahljahr 2026 ist in bemerkenswerter Weise zweigeteilt: In der ersten Hälfte geht es mit den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am 8. und 22. März noch einmal ganz um die alten, die Bonner Republik prägenden Parteien. Die exakt ein halbes Jahr später stattfindenden Wahlen in Ostdeutschland sind hingegen der Vorschein einer neuen, längst fatal »normal« gewordenen Republik. In diesem neuen Deutschland konkurriert nicht mehr, wie zuvor bald 80 Jahre lang, eine Partei der rechten Mitte gegen eine der linken um das Regierungsamt, sondern wir haben es stets mit einem Wettstreit nur noch einer Partei der alten Republik gegen die eine ganz neue, ganz rechte Partei zu tun, nämlich mit der AfD. Und damit allein mit der Frage, ob es weiter gelingen kann, die Rechtsradikalen von ihrem ersten Wahlsieg abzuhalten.

2026 ist das Jahr, in dem die AfD den großen Durchbruch plant. Und es ist alles andere als ausgeschlossen, dass ihr dieser gelingt. Mit den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern am 6. und 20. September wird sich erweisen, ob die Brandmauer noch steht, oder ob es die AfD tatsächlich schafft, so stark zu werden, dass kein Weg mehr an ihr vorbeiführt. Insofern ist der Fokus schon jetzt vor allem auf Sachsen-Anhalt gerichtet, wo die AfD eine absolute Mehrheit anstrebt. Das verkennt allerdings eines: Entscheidend wird sein, wie die Parteien in dieses Wahljahr starten.

»Blätter«-Ausgabe 3/2026

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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