Ausgabe April 2026

Strukturwandel des Parteiensystems: Die Wahlen im Südwesten

Alexander Schweitzer (SPD) und Gordon Schnieder (CDU), 22.3.2026 (IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

Bild: Alexander Schweitzer (SPD) und Gordon Schnieder (CDU), 22.3.2026 (IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

Die ersten beiden Wahlen des Jahres sind geschlagen und ihre Ergebnisse weisen weit über die Landespolitik hinaus. Speziell aus Sicht der großen Koalition im Bund sind die Ergebnisse alarmierend. 

Für die Union hat dieses so wichtige Wahljahr so begonnen, wie man es sich gerade nicht vorgestellt hatte.1 Denn eigentlich war der Wahlsieg in Baden-Württemberg fest eingepreist. Er sollte »die Rampe« zu bald zehn erfolgreichen Ministerpräsidenten sein, wie Generalsekretär Carsten Linnemann lauthals getönt hatte. Doch durch die historische Aufholjagd Cem Özdemirs wurde der Union ein dicker Strich durch die Rechnung gemacht. Verglichen mit Baden-Württemberg maß die Union dem Wahlgang in Rheinland-Pfalz weit geringere Bedeutung bei. Do ut des, »gibst du mir, geb ich dir«, lautete die Devise des Bundeskanzlers. Friedrich Merz wollte insgeheim gegenüber der SPD durchaus generös sein, um sich das Regieren in Berlin nicht noch weiter zu erschweren. Deshalb kalkulierte man einen SPD-Sieg des Amtsinhabers Alexander Schweitzer ein. Dementsprechend war der Wahlkampf der Bundes-CDU in Rheinland-Pfalz lange nicht übermäßig intensiv.

Doch nach der Pleite im »Ländle« kam es nun auch für die Union auf das »Land der Reben und Rüben« an, um den Start in das Jahr nicht völlig zu vergeigen. Das heißt, eigentlich durfte keiner, weder CDU noch SPD, die Wahl verlieren. 

Das galt noch mehr für die SPD.

»Blätter«-Ausgabe 4/2026

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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