Papst Leos Enzyklika und die Theologie der Tech-Bros
Bild: Papst Leo XIV. unterzeichnet seine Enzyklika, 25.5.2026 (IMAGO / Catholicpressphoto)
Mit der rasanten Entwicklung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz stehen wir vor tiefgreifenden Veränderungen. Der Papst fordert die demokratische Kontrolle der Technologie. Die KI-Entwicklung stellt aber nicht nur die Machtfrage neu, sie erschüttert auch unser Menschenbild und fordert damit die Religion in ihrem Kern heraus.
Wenn ein Theologe Technologie als ein politisches Problem präsentiert und Technologen Menschheitsfragen in Metaphysik verwandeln, dann zeigt das: Die KI-Revolution ist auch eine Revolution des Menschenbildes, eine Erschütterung von Lutherschem Rang. Damals, im frühen 16. Jahrhundert, war es ebenfalls eine technologische Innovation – die Buchpresse Johannes Gutenbergs –, die weitreichende epistemische, religiöse, politische und gesellschaftliche Folgen hatte: Wahrheit war keine Sache eines klerikalen Kartells mehr, Wissen war breit verfügbar, die Menschen konnten mit anderen politischen Parolen erreicht werden, Kriege und Spaltungen waren die Folge. Es war der Umsturz einer Ordnung, eine Revolution.
An einer solchen Schwelle stehen wir erneut. Die Künstliche Intelligenz verändert so gut wie alle Bereiche des Lebens, von Politik und Alltag bis zum Menschenbild und der Vorstellung von Transzendenz.