Bild: VW-Boss Oliver Blume (IMAGO / Sven Simon)
Bescheidenheit ist keine Zier. Bescheidenheit ist Dummheit«, lautet eine alte Manager-Weisheit. Doch die wahre Kunst besteht darin, auch als High Performer stets Demut zu zeigen. Und so mag es auch nicht überraschen, dass Deutschlands Top-Manager derzeit ungemein bescheiden erscheinen. Viele meinen: Was ihre eigene Leistung angeht. Sie selbst glauben: Was ihre Gagen betrifft – jedenfalls vermittelt dies die neue »Vorstandsvergütungsstudie« der TU München und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).
Bescheidenheitsindikator Nummer eins: 2025 erhielten die Vorstände der 40 deutschen DAX- Unternehmen gerade einmal eine durchschnittliche Vergütung von 3,9 Mio. Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein lächerliches Plus von nur vier Prozent und steht vollkommen im Einklang mit der Erhöhung der Nominallöhne in der Gesamtwirtschaft. Dahinter verbirgt sich ein gelungener Mix aus gelebter Ausgabendisziplin und sozialem Feingefühl: So strich VW-Boss Oliver Blume sogar 15 Prozent weniger Vergütung als im Vorjahr ein und gab sich mit gerade einmal 9 Mio. Euro Jahresgage zufrieden – obwohl VW beim Gewinneinbruch sogar einen neuen Rekord von über 40 Prozent erzielte.
Bescheidenheitsindikator Nummer zwei: Für ein DAX-Vorstandsgehalt müsste ein »Normalbeschäftigter« dieser Konzerne umgerechnet 42 Jahre arbeiten.