Bild: Vorher-Nachher-Bild der Korallenbleiche im Great Barrier Reef 2016 (Richard Vevers / The Ocean Agency)
Die Weltorganisation für Meteorologie warnt vor einem Super-El Niño: Wetterextreme werden bis zum Februar Volkswirtschaften auf der ganzen Welt einen massiven Schlag versetzen. Ein Zeichen dafür, wie stark die Ozeane unter dem Klimawandel leiden.
Jahrhundertealtes Erfahrungswissen gab diesem Wetterphänomen seinen Namen: Vor der Pazifikküste Südamerikas brachte der ungeheure Fischreichtum den Menschen einen gewissen Wohlstand. Alle paar Jahre aber blieben um die Weihnachtszeit die Fangnetze plötzlich leer. Dazu kamen andere Besonderheiten wie sintflutartiger Regen, heftige Stürme, Hitzewellen mit Ernteausfällen und Hunger. Nachweislich seit dem 17. Jahrhundert nennen peruanische Fischer diese Wetterlage »El Niño de Navidad« – wie das neugeborene Christkind. Anders als die Geburt Jesu Christi war »El Niño« zwar nie willkommen, aber trotzdem fielen die Fischer wie bei der Geburt des Heilands auch bei »El Niño« anbetend auf die Knie: Möge es diesmal doch bitte nicht so heftig werden!
Inzwischen ist das Phänomen sehr gut erforscht: Im Normalzustand wehen die Winde im Pazifik von Ost nach West, die warmes Oberflächenwasser von Südamerikas Küsten Richtung Asien und Australien treiben. Aus tieferen Schichten und mit dem Humboldtstrom aus der Antarktis fließt kaltes, nährstoffreiches Wasser nach, was die üppigen Fischschwärme vor den Küsten Chiles, Perus und Kolumbiens erklärt.