Am 7. Dezember 1990, dem Jahrestag der Eröffnung des zentralen Runden Tisches der DDR im Berliner Dietrich-Bonhoeffer-Haus, erhielten an gleicher Stelle Bärbel Bohley und Wolfgang Ullmann, stellvertretend für die Demokratiebewegung der DDR, den Demokratie-Preis der „Blätter". Die Laudatio hielt Walter Jens. Der Preis ist mit 10 000 DM dotiert und wird mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung politisch-wissenschaftlicher Publizistik und demokratischer Initiativen e.V., Bonn, vergeben, deren Vorsitzender Karlheinz Koppe die Veranstaltung eröffnete. Zahlreiche Teilnehmer/innen des Runden Tisches, Vertreter/innen der Bürgerbewegungen, Persönlichkeiten aus Politik und Kultur waren erschienen, vom zentralen Runden Tisch neben den Preisträgern u.a.
In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.