Ausgabe November 1999

Nur Lemminge suchen den Abgrund

Die wirtschaftspolitischen Fehler der Regierung Schröder

 Mit "Abschied vom Rheinischen Kapitalismus?" hatte Rudolf Hickel seinen Beitrag über den rot-grünen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Finanzpolitik im Augustheft überschrieben ("Blätter", 8/1999, S. 947 ff). In der Schröderschen Wende sieht er die Abkehr von einer gestaltenden Politik für Arbeit, Umwelt und soziale Gerechtigkeit, wie sie in der Koalitionsvereinbarung skizziert und in den ersten Monaten nach Regierungsantritt umgesetzt worden sei. Wilhelm Hankel, 1968-72 als Ministerialdirektor im Bundesministerium für Wirtschaft (bzw. Wirtschaft und Finanzen) selbst an einigen Reformen und Reformversuchen beteiligt, urteilt ähnlich negativ und doch ganz anders. Sein wirtschaftspolitischer Rundumschlag verbindet verschiedene Gegenvorschläge zur Schröder/Eichel-Strategie. (Zu den einzelnen Reformthemen vgl. die Beiträge in vorausgegangenen Heften, etwa den Schwerpunkt zur Gesundheitspolitik in "Blätter", 9/1999.) Die Diskussion wird fortgesetzt. - D. Red.

Von Bundeskanzler Schröder weiß man, dass es für ihn weder rechte noch linke Wirtschaftspolitik gibt, sondern nur falsche oder richtige. Offenbar macht er die falsche, wie ihm die Wähler von Mal zu Mal deutlicher bestätigen. Schließlich wollte er nicht ins Kanzleramt herein, um demnächst wieder auszuziehen.

November 1999

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema