Ausgabe Februar 2000

Luftverkehr und Ökologie

Anfang Dezember letzten Jahres hat die Kommission der Europäischen Gemeinschaften dem Rat, dem Europäischen Parlament, dem Wirtschafts- und Sozialausschuss und dem Ausschuss der Regionen eine sogenannte "Mitteilung" übergeben, in der sie zahlreiche Anregungen zur verbesserten Berücksichtigung von Umweltfragen bei der Entwicklung des Luftverkehrs gibt. 1) Der folgende Beitrag faßt die Ergebnisse dieser Studie zusammen und versucht, die Empfehlungen danach einzuschätzen, ob sie die Entwicklung des Luftverkehrs hinreichend am Kriterium der Nachhaltigkeit orientieren können. Daß der Luftverkehr ebenso wie die damit zusammenhängenden Branchen rascher als die Wirtschaft im Durchschnitt wächst, ist mittlerweile gut dokumentiert. Ein Sonderbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hat in diesem Jahr gezeigt, daß Personenflüge seit 1960 im Durchschnitt um fast 9% jährlich und damit 2,4 mal so schnell wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zugenommen haben. 2) Im Jahre 1995 wurden 2537 Mrd. Passagier-Kilometer geflogen, das sind etwa 500 km pro Erdbewohner.

Dabei wurden 40% der Luftverkehrsleistung in den USA nachgefragt, 30% in Europa, dem größten Wachstumsmarkt der letzten 10 Jahre, und (zum Beispiel) nur 2% in Afrika.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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