collateral: ein Wort, das auf den ersten Blick nichts Böses ahnen läßt: am Rande gelegen, vom Zentrum entfernt, aber mit ihm verbunden; neben-sächlich, jedoch auf die Haupt-Sache bezogen; indirekt, also nicht bedrohlich. Kollateral-Schaden kann vermeintlich heißen: Der Motor ist o.k., der Wagenlenker auch, nur ein Kotflügel wurde beschädigt. Eine zynische Täuschung! In Wahrheit meint Kollateral-Schaden, als sogenannter terminus technicus: Ermordung von Menschen, die, wortwörtlich, Randfiguren sind. Beseitigung von Abfall-Produkten beim großen Aufräumen. Vernichtung von Zivilisten, die, nach dem Verständnis amerikanischer Sprachanalytiker, lediglich BegleitCharakter habe. ("collateral: wesentlich amerikanisch", steht im Wörterbuch.) Der Mensch: ein Neben-Umstand. Ein Stück Haut auf Gebein ohne Seele und Vernunft. Kollateral-Schaden heißt in Wahrheit: Es wurde "Menschenmaterial" vernichtet. Sorry, aber Ölraffinerien und Sendeanlagen sind teurer. Außerdem liegen sie im Zentrum und nicht nur an der Seite, und auch da noch am Rande, wie das wohlfeile Menschenmaterial, das ohnehin leicht kaputtgehen kann. Fazit: Es gibt mörderische Euphemismen. "Endlösung" gehört dazu, aber "Kollateralschaden" auch.
Der Influencer »DinZul« spricht Frauen in Fitnesscentern, Shoppingcentern, vor Clubs oder einfach auf der Straße an. Er fragt nach ihrer Telefonnummer oder direkt nach einem Date – und filmt sie während des Gesprächs heimlich mit seiner KI-Brille.