Ausgabe Mai 2001

US-Raketenabwehr - Deutsche Optionen und Handlungsspielräume

Eine Zwei-Pfeiler-Strategie

Die Ziele amerikanischer und deutscher Politik im Hinblick auf die Raketenabwehr sind sehr unterschiedlich. Den gegenwärtig im Detail - wenn auch nicht in der Grobausrichtung - unbekannten amerikanischen NMD/TMD Plänen 1) stehen deutsche Bedenken hinsichtlich der Folgen eines Raketenabwehrschirms gegenüber. Die Berliner Sorgen betreffen ein neuerliches Wettrüsten und sie gründen auf der erhöhten Wahrscheinlichkeit globaler und regionaler Instabilitäten. Die transatlantische Herausforderung besteht darin, den Zusammenhalt der Allianz nicht aufs Spiel zu setzen und das übergeordnete Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Dieses Ziel ist zweifacher Art. Zum einen gilt es, eine gemeinsame Basis zu finden, um der Verbreitung von Massenvernichtungsmitteln (WMD) mit primär politisch-diplomatischen Mitteln entgegenzuwirken. Zum anderen muß ein Verhaltenskodex insbesondere zwischen der einzigen Supermacht USA und der nicht-demokratischen regionalen, potentiell globaler, Hegemonialmacht China gefunden werden. Die folgenden Überlegungen zielen darauf ab, der Bundesregierung und dem Bundestag eine am Primat von Diplomatie und Rüstungskontrolle orientierte Strategie zu unterbreiten. Angesichts des zunehmenden Unilateralismus und der militarisierten Nonproliferationspolitik der USA wird eine solche Zwei-Pfeiler-Strategie vor allem gegenüber Washington dringend notwendig

I.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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