Die Sehnsucht nach einem einfachen und damit transparenten Steuersystem hat eine lange Tradition. Bereits die Physiokraten um François Quesnay plädierten für eine einzige Steuer. Die von ihnen vorgeschlagene impôt unique war tatsächlich einfach, denn der Boden galt als einzige Wertschöpfungsquelle. Also hatten die Grundbesitzer (die classe propriétaire) diese Steuer aufzubringen. Allerdings musste der Versuch, diese impôt unique im Herzogtum Baden einzuführen, im aufkommenden Industriezeitalter scheitern. Da war Adam Smith mit seiner Kampftheorie gegen den Feudalismus realistischer, die er in seinem Klassiker „Wealth of Nations“ (1776) entwickelte, in dem er die Vorzüge, aber auch Grenzen der kapitalistischen Wirtschaftsweise beschrieb. Wenn es schon verschiedene Steuern, die an unterschiedlichen Vorgängen der Wirtschaft ansetzen, geben muss, so sollten wenigstens vier Grundsätze bei der Besteuerung Anwendung finden: Gleichmäßigkeit (Gerechtigkeit bei der Steuerlastverteilung), Bestimmtheit (klare und nachvollziehbare Tatbestände der Besteuerung), Billigkeit (ausreichende Ergiebigkeit gegenüber den Kosten der Erhebung) und Bequemlichkeit. Heute wird die Diskussion um die eine Steuer bzw.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.