Ausgabe August 2002

Präventive Verteidigung

Manfred Oples Plädoyer für eine angriffsfähige Bundeswehr

Noch immer fehlt der Bundeswehr eine stringente militärstrategische Fundierung ihres längst veränderten Auftrags und ihrer aktuellen Einsatzpraxis. Zwei Mal haben Sozialdemokraten und Bündnisgrüne deutsche Soldaten mit einem expliziten Kampfauftrag in fremde Länder entsandt. Das erste Mal handelte es sich um einen aus völkerrechtlicher Sicht zweifelhaften Krieg gegen Jugoslawien. Im zweiten Fall, nach den Terrorattacken von New York und Washington, sicherte Bundeskanzler Gerhard Schröder der einzig verbliebenen Supermacht 1) USA "uneingeschränkte Solidarität" zu und schickte danach die Bundeswehr in den Kampfeinsatz nach Afghanistan. Mittlerweile sind mehr als 10 000 deutsche Soldaten rund um den Globus verteilt, ohne dass hinter dem damit demonstrierten Aktionismus eine klare Strategie erkennbar wäre.

Ein Vorschlag für die Theorie zur Praxis kommt nun von unerwarteter Seite: Manfred Opel, SPD-Mitglied im Verteidigungsausschuss, Brigadegeneral a.D. und noch in den 80er Jahren als entschiedener Befürworter einer Abrüstungspolitik bekannt, präsentierte vor kurzem einen Beitrag zur "Zukunft der Streitkräfte" 2), der höchste Aufmerksamkeit verdient.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema Krieg und Frieden

Iran und der Krieg: Die hartnäckige Herrschaft der alten Garde

von Nima Mina

Nach 60 Tagen lief im August der brüchige Waffenstillstand zwischen den USA und Iran aus. Egal, zu welchem Arrangement es letztlich kommt: Trotz erheblicher personeller und militärischer Verluste wurde die Islamische Republik nicht zu einer politischen und militärischen Kapitulation gezwungen.