Ausgabe August 2002

Präventive Verteidigung

Manfred Oples Plädoyer für eine angriffsfähige Bundeswehr

Noch immer fehlt der Bundeswehr eine stringente militärstrategische Fundierung ihres längst veränderten Auftrags und ihrer aktuellen Einsatzpraxis. Zwei Mal haben Sozialdemokraten und Bündnisgrüne deutsche Soldaten mit einem expliziten Kampfauftrag in fremde Länder entsandt. Das erste Mal handelte es sich um einen aus völkerrechtlicher Sicht zweifelhaften Krieg gegen Jugoslawien. Im zweiten Fall, nach den Terrorattacken von New York und Washington, sicherte Bundeskanzler Gerhard Schröder der einzig verbliebenen Supermacht 1) USA "uneingeschränkte Solidarität" zu und schickte danach die Bundeswehr in den Kampfeinsatz nach Afghanistan. Mittlerweile sind mehr als 10 000 deutsche Soldaten rund um den Globus verteilt, ohne dass hinter dem damit demonstrierten Aktionismus eine klare Strategie erkennbar wäre.

Ein Vorschlag für die Theorie zur Praxis kommt nun von unerwarteter Seite: Manfred Opel, SPD-Mitglied im Verteidigungsausschuss, Brigadegeneral a.D. und noch in den 80er Jahren als entschiedener Befürworter einer Abrüstungspolitik bekannt, präsentierte vor kurzem einen Beitrag zur "Zukunft der Streitkräfte" 2), der höchste Aufmerksamkeit verdient.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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