Ausgabe März 2003

Gemeinsame Erklärung deutscher und französischer Intellektueller, Künstler und Wissenschaftler vom 24. Januar 2003 (Wortlaut)

Französische und deutsche Intellektuelle und Künstler präsentierten zum 40. Jahrestag des Elysée-Vertrages einen Appell gegen den vorgeblich unausweichlichen Irakkrieg. Getragen von der Befürchtung, dass Krieg „wieder als Mittel der Politik legalisiert werden“ soll, fordern sie die Regierungen aller Länder auf, sich für eine Stärkung des internationalen Rechts einzusetzen, anstatt den Zerfall des Völkerrechts voranzutreiben. Wir dokumentieren die Erklärung im Wortlaut. Die zahlreichen Unterstützer können unter www.staeck.de eingesehen werden. – D. Red.

In diesen Tagen erinnern sich Franzosen und Deutsche an den 40. Jahrestag eines Vertrages, der eine lange Periode der Feindschaft zwischen unseren Völkern beendete. Wir sind in großer Sorge, dass anderswo auf der Welt wiederum Feindschaft geschürt und ein Krieg begonnen wird. Wir stehen vor einer historischen Weichenstellung: Krieg soll als Mittel der Politik legalisiert werden.

Wir widersprechen der Behauptung, dass der Krieg gegen den Irak unausweichlich ist und dass er die Sicherheit in dieser Region der Welt erhöhen würde. Nichts rechtfertigt einen Präventivschlag gegen ein Land, dessen Bevölkerung unter einer menschenverachtenden Diktatur und immer noch unter den Folgen des letzten Golfkrieges leidet.

Sie haben etwa 27% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 73% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Fortschrittsfalle KI

von Roberto Simanowski

Unbemerkt von den meisten verschiebt sich die Macht vom Menschen zur Maschine. Erste Studien bezeugen: Der Mensch wird dümmer durch KI. Je mehr er sie als Hilfsmittel nutzt, umso geringer seine kognitive Aktivität und schließlich seine Fähigkeit zum kritischen Denken.