Ausgabe August 2007

Aufschwüngchen Ost

Nun hat der konjunkturelle Aufschwung also auch Ostdeutschland erfasst. Im vergangenen Jahr wuchs die ostdeutsche Wirtschaft schneller als die westdeutsche (vgl. die Tabelle "Daten zur Wirtschaftsentwicklung in Ost- und Westdeutschland" in der pdf-Datei). Die ostdeutsche Industrie expandierte um rund zwölf Prozent, und das Baugewerbe legte nach mehr als zehnjähriger Schrumpfungsphase wieder zu. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich und die der Erwerbstätigen nahm, geringfügig, zu. Die öffentliche „Sparpolitik“ allerdings verursachte weiterhin eine Stagnation der Dienstleistungen. Haben sich die neuen Länder nun doch zu einer dynamischen Wirtschaftsregion gemausert, die sich auf den Weg macht, die Erblast des Transformationsprozesses zu überwinden?

Um dieser Frage nachzugehen, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschungin seinem Betriebspanel für 2006 erstmalig nicht nur objektive Daten zur Situation der Betriebe erhoben, sondern die Unternehmensmanager zusätzlich nach ihrer subjektiven Bewertung der Standortqualität befragt, die sie für zwölf „Standortfaktoren“ beurteilen sollten. Gefragt wurde unter anderem, welche Bedeutung die „Nähe zu den Kunden“, die „Qualität des Fachkräfteangebots“, die „Nähe zu Forschungs- und Technologiezentren bzw. Hochschulen“ sowie das „Preisniveau für Energie und Wasser“1 für ihren Betrieb hätten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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