Ausgabe Februar 2008

Gewerkschaften im Niedergang?

Organisierte Arbeiterschaft im 21. Jahrhundert

Der Arbeitskampf ist wieder eröffnet: Mit den Verhandlungen im öffentlichen Dienst haben die diesjährigen Tarifverhandlungen begonnen. Gleichzeitig hielt der hartnäckige Kampf der Lokführer-Gewerkschaft GDL bis weit in den Januar nicht nur die Deutsche Bundesbahn, sondern die Gesellschaft insgesamt in Atem. Scheinbar befinden sich die Gewerkschaften angesichts der guten Konjunkturdaten dieses Jahr im Aufwind. Lautstark verlangen sie ihr Stück vom Kuchen, sprich: acht Prozent Lohnzuwachs. Dennoch stellen sich nach wie vor grundsätzliche Fragen.

Nach der Pilotenvereinigung Cockpit, der Organisation Unabhängiger Flugbegleiter, der Gewerkschaft der Flugsicherung, dem Marburger Bund der Ärzte scherte mit der GDL eine weitere berufsständische Kleingewerkschaft aus der Solidarität der Einheitsgewerkschaft aus. Droht der Gewerkschaftsbewegung in der Bundesrepublik ein neuer Partikularismus? Ist damit die Zeit der Großgewerkschaften endgültig vorbei? Dahinter verbirgt sich die eigentlich zentrale Frage: Haben die großen Gewerkschaften überhaupt noch eine Zukunft in einer globalisierten Weltordnung?

Der frühere Vorsitzende der IG-Medien Detlef Hensche hat jüngst an dieser Stelle zur Entdramatisierung geraten.1 Er hat gewiss Recht, wenn er behauptet, dass vom Arbeitskampf der Lokführer keine substanzielle Bedrohung der deutschen Gewerkschaftsbewegung ausgehe.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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