Ausgabe Oktober 2009

Chávez oder Uribe?

Lateinamerika zwischen Linkswende und Rechtsputsch

Der Putsch in Honduras, die anhaltenden Konflikte zwischen Venezuela und Kolumbien sowie zunehmende soziale Auseinandersetzungen in vielen lateinamerikanischen Ländern zeigen, dass der Subkontinent am Scheideweg steht. Überall scheinen die Kräfte von Reform und Gegenreform miteinander um die Vorherrschaft zu ringen. Die Brisanz dieses Kampfes wird durch die Weltwirtschaftskrise noch erhöht.

Der Putsch in Honduras, die anhaltenden Konflikte zwischen Venezuela und Kolumbien sowie zunehmende soziale Auseinandersetzungen in vielen lateinamerikanischen Ländern zeigen, dass der Subkontinent am Scheideweg steht. Überall scheinen die Kräfte von Reform und Gegenreform miteinander um die Vorherrschaft zu ringen.

Die Brisanz dieses Kampfes wird durch die Weltwirtschaftskrise noch erhöht. Denn auch Lateinamerika geriet in den vergangenen Monaten in den Sog der Krise und damit in eine Phase wirtschaftlicher Stagnation. Nach Jahren, die von makroökonomischer Stabilität, hohen Wachstumsraten, Devisenzuflüssen und sinkender Armut gekennzeichnet waren, verursachen die ungünstigen außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, und hier vor allem die fallenden Rohstoffpreise, einen Rückgang der regionalen Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um zwei Prozent.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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