Ausgabe Oktober 1995

Die Entstehung des Endverbrauchers

Aus der Geschichte der Konsumanlagen

Die Ladenöffnungszeiten sind wieder in der Diskussion (vgl. den Kommentar von Christoph Wagner in diesem Heft). Die Forderung nach "Liberalisierung" stützt sich unter anderem auf das Versprechen überdurchschnittlicher Innovationen im Einzelhandel. Mit historischen Aspekten befaßt sich der folgende Beitrag: Der Autor zeichnet die Entwicklung der Konsumstätten nach - vom Marktplatz zu postmodernen Anlagen des "erlebnisorientierten" Einkaufs. - D. Red.

Wer vor der industriellen und der Französischen Revolution einkaufen ging, der hatte unabweisliche Bedürfnisse zu befriedigen: was immer er kaufte, es diente der Reproduktion der Arbeitskraft, dem Erhalt des Lebens. Trat der Käufer in einen Laden, so betrat er ihn in der Absicht und mit der Verpflichtung, etwas zu erwerben, das der Händler feilbot: Rohwaren und Halbfabrikate wie Lebensmittel, Stoffe, Leder, Knöpfe oder Garne. Komplexere Gebrauchsgegenstände wie Kleidungsstücke, Möbel oder Waffen fertigten Handwerker nach Maß auf Bestellung an, sofern sie nicht in der eigenen Familie hergestellt wurden.

In Manufakturen erzeugte Artikel wie Arbeitsgeräte, Porzellan, Uhren oder Patentmedizin wurden auf Wochen- und Jahrmärkten verhökert. Und stets wurde um den Preis gefeilscht.

Oktober 1995

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Katastrophe ohne Ausweg?

von Sighard Neckel

Wie selten zuvor haben die vergangenen Monate die dramatischen Auswirkungen dessen unter Beweis gestellt, was landläufig als Klimakrise bezeichnet wird. Allerdings handelt es sich dabei um etwas völlig anderes, nämlich um eine systemische, aber auch gesellschaftliche Krise des naturzerstörenden Kapitalismus.

Politik als Gewinnspiel: Wetten auf Krieg und Frieden

von Sonja Peteranderl

Über Monate hinweg beobachteten US-Geheimdienste jede Bewegung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Am 3. Januar gab US-Präsident Donald Trump schließlich grünes Licht für die »Operation Absolute Resolve«.