Ausgabe Juni 1997

Interessenknäuel Zaire

Sieben Monate nach Beginn des Bürgerkriegs in Zaire wissen wir zwar ein wenig mehr über die Akteure der Krise, wir können etwa Protagonisten und Nebendarsteller identifizieren, doch noch immer ist zu wenig über die möglichen Drahtzieher bekannt. Zuletzt spekulierte man, amerikanische Minengesellschaften, die sich jetzt Zaires Ressourcen zu sichern versuchen, hätten die Rebellen finanziert. Wie sonst wären die in die Lage gekommen, sich so gut ernährt und ausgerüstet ihren Weg durch den drittgrößten Staat Afrikas zu bahnen? Doch haben wir es tatsächlich nur mit einem Krieg um Ressourcen zu tun? Oder dominiert ein West-West-Konflikt, der anglophone Kräfte in frankophone Einflußbereiche vordringen läßt, das Kriegsgeschehen? Keiner dieser Ansätze wird den zahlreichen innerzairischen und regionalen Konfliktursachen gerecht. Primär führten innerzairische Konflikte zum Bürgerkrieg, verursacht durch den - von Mobutu sabotierten - Systemwechsel in Zaire. Neben den andauernden Verhinderungstaktiken des Regimes gegen die Demokratisierung, die sich in Einschüchterungsversuchen über Korruption bis zu offener Gewalt gegen die Opposition niederschlugen, spielt gerade die ethnische Spaltung mehrerer Regionen hierbei eine bedeutende Rolle.

Juni 1997

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten

von Simone Schlindwein

Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte Donald Trump im Dezember 2025, als Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen.

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.